Brustoperationen – Eine kritische Beobachtung

Wenn man heutzutage einige einschlägige Fernsehsender einschaltet, stößt man praktisch zwangsweise in jedem so genannten „Lifestyle“-Magazin auf sie.
Auch in Zeitungen und Zeitschriften wird dieses Thema groß und breit diskutiert – obwohl „Diskussion“ den eigentlichen Dokumentationsrahmen schon sehr wohlwollend beschreibt.

Die Brustoperation, vor allem die Vergrößerung der Brust erfreut sich höchster Beliebtheit in den Medien, so scheint es.

Was auch sehr verständlich ist, denn „sex sells“!
Das wissen wir nicht erst, seit die Porno-Industrie im prüden Amerika mehr Umsatz erwirtschaftet, als Hollywood.

Unsere Gesellschaft wird in allen Bereichen „sexualisiert“, kaum ein Werbeplakat kommt noch ohne halbnackte Menschen aus, kein Fernsehsender, der nicht zumindest ansatzweise seine Zuschauer mit nackten Körperteilen bombardiert.

Die Schönheitsideale der heutigen Zeit werden so offensiv vertreten wie noch nie.
Und je häufiger man sieht, was als „schön“ gilt, desto mehr beginnen Selbstzweifel am eigenen Ego zu nagen.

Gerade junge Menschen, die noch auf der Suche nach der eigenen Identität sind und sich selbst noch stark über die Meinung anderer definieren, sind besonders anfällig für die allgegenwärtige Darstellung der Perfektion.

Und gerade die weibliche Brust ist zumeist die mit größter Gründlichkeit dargestellte „Problemzone“ junger Frauen – zum größten Teil sogar ihrer eigenen Meinung nach!

Nun, gerade als Mann möchte man nicht gerade seiner Partnerin auf die Frage „ Findest du meine Brüste zu groß/zu klein??“ antworten müssen, denn egal wie die Entscheidung ausfällt – entweder ist man beleidigend oder unehrlich, zumindest in Gedanken der Fragenden.

Denn durch die Medien ist in allen Köpfen das feste Schönheitsideal eingebrannt, welches aber so wenig zur Realität referiert wie der Irak zu einem befriedeten Landstrich.

Warum aber gibt es dieses Bild? Einer deutschen Studie zufolge haben die körperlichen Eigenschaften der „Traumfrau“ des durchschnittlichen Mannes praktisch keine Ähnlichkeit zu den so oft propagierten „90-60-90“.

Sind die Medien also stärker als unser natürliches Schönheitsempfinden? Oder einfach nur sturer?

Es ist eines jeden Menschen freie Entscheidung seinen Körper so zu formen, dass er oder sie sich damit wohl fühlt – nur ist dieses Wohlbefinden nicht vielleicht in den meisten Fällen nicht gar von den Vorstellungen anderer abhängig gemacht worden?

Von den rund 25.000 Brustoperationen pro Jahr werden etwa 50 Prozent an unter 25-Jährigen durchgeführt. In einigen Fällen führen auch wirkliche psychische Probleme zu den Eingriffen, doch die Zahl der dem medienkonstruierten Schönheitsideal hinterher laufenden Frauen ist wohl mindestens hundertfach höher.

Die Problematik, die die Nachoperationen ( die in 20% der Fälle notwendig werden) mit sich bringen, lässt sich für die Betroffenen persönlich kaum ermessen.

Es zählt nur der perfekte Busen, und das um jeden Preis!

Der Trend geht zum Teil aber sogar auch in diesem Bereich Richtung „Geiz ist Geil“ - Schönheitschirurgen in Polen und anderen osteuropäischen Ländern werden auch hier in Deutschland schon beworben, ohne echte Überprüfung von Qualifikation geschweige denn Hygiene-Standarts.
So gibt es gerade bei Operationen im Ausland, wo sich zum Teil wesentlich billigere Tarife finden lassen, ein unkalkulierbares Restrisiko, schon beim ersten Eingriff.
Schiefe, asymmetrische Brüste und aufplatzende Implantate sind nur einige Beispiele, welche Schwierigkeiten sich gerade bei solch „unsicheren“ Behandlungen daraus ergeben können.

Ist der „Schönheitswahn“ auf diesem Gebiet wirklich diese Risiken wert?

Diese Entscheidung liegt wohl bei jedem Patienten selbst. Doch braucht eine kerngesunde 25-Jährige wirklich Doppel-D? Dies beinhaltet dieselbe Fragestellung wie die Sinnfrage, warum man als 50-jähriger Mensch immer noch keine Falten haben darf!

Biologisch gesehen ist das „Haltbarkeitsdatum“ des Menschen schon lange überschritten – die Natur hat die Spezies Mensch wohl nicht für eine längere Lebensdauer als 40 geplant, aber in dem Alter fängt das Leben (zum Glück) in unserer Zeit erst an.

Auch die Gebärfähigkeit der Frau, die ja mit der eigentlichen Bestimmung der weiblichen Brust in direkter Verbindung steht, dauert länger an – aber ist das ein Grund, dass man von 40-Jährigen Frauen immer noch ein perfektes Dekoltée erwartet?

Schönheitsoperationen im Allgemeinen sind etwas sehr zwiespältiges.
Sich dem Joch der Medienbeherrschung zu unterwerfen oder sich selbst nach seinem Willen zu gestalten sind beides nicht gerade konfliktfreie Motivationen, damit frau sich unters Messer legt.

Im Endeffekt geht die Tendenz zur Verkünstlichung unseres Körpers, heute noch mit Silikon- oder Kochsalz-Implantaten, morgen vielleicht schon mit Kabeln und Metall – natürlich wird wenig ans uns bleiben.

Nun liegt es an uns, diese Entwicklung in humanen Bahnen zu halten, sodass zum Beispiel auch Brustoperationen nicht dazu dienen, den eigenen Körper zum Statussymbol zu machen.


Sedo - Domains kaufen und verkaufen das Projekt schoenheit-plus.com steht zum Verkauf Besucherstatistiken von schoenheit-plus.com etracker® Web-Controlling statt Logfile-Analyse

 

Impressum / Datenschutz

Netzwerk: Lasik Augenoperation | Lasik Nachrichten | Schönheit Plus


Close
E-mail It